Aus Handel wurde Heimat
Kein Gründungsmythos. Ein Bauer, eine Kapelle, eine Schankerlaubnis.
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um 1620
Ein Hof an der Grenze
Ein Bauer namens Pollhans baut am Ölbach eine Hofstelle – direkt an einer alten Senner Handelsroute.
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Die Hofstelle liegt genau an der Landesgrenze zwischen der Grafschaft Rietberg und dem Fürstbistum Paderborn. Lage ist alles: Wer hier wohnt, sieht jeden vorbeikommen.
Hofstelle in der Senne – KI-Illustration nach Motiven der Überlieferung. -
1654
Die Kapelle der heiligen Ursula
Eine Kapelle wird mit einem Kirchweihfest eingeweiht – der »Holter Markt« am Holter Schloss beginnt.
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Von diesem Fest führt die Linie bis zum heutigen Pollhans: erst der Glaube, dann der Handel, dann das Vergnügen. Die Reihenfolge hat sich seitdem gelegentlich verschoben.
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1698
Die Schankerlaubnis
Für den Hof Pollhans ist eine Schankerlaubnis dokumentiert – das größte Volksfest Ostwestfalens ist nach einer Kneipe benannt.
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Man kann es drehen, wie man will. Es gibt unwürdigere Ursprünge.
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1725
Weg vom Schloss, hin zum Hof
Per Erlass der Grafschaft Rietberg zieht der Markt auf den Hof Pollhans – den Namensgeber bis heute.
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1901
Die Eisenbahn kommt
Der Bau der Sennebahn zwingt das Fest auf den heutigen Pollhansplatz – direkt gegenüber dem Bahnhof.
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Was damals ein Ärgernis gewesen sein dürfte, ist heute der beste Standortvorteil: Man steigt aus dem Zug und steht mitten im Fest.
Viehmarkt am Bahnhof, um 1910 – KI-Illustration nach Motiven der Überlieferung. -
1990er
Vom Vieh zum Bauernmarkt
Der Viehmarkt läuft aus, der Bauernmarkt übernimmt den Pollhansmontag.
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Historisch war Pollhans Kram- und Viehmarkt – erst Flachs, später Vieh. Gehandelt wird immer noch. Nur was man nach Hause trägt, hat sich geändert.
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seit 1996
Seidel, Buttons, Pin
Erst der Pollhans-Seidel, dann »I like POLLHANS«, seit 2005 der Pin mit jährlich wechselndem Motiv.
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heute
Das Verhältnis ist die Geschichte
Über 300.000 Gäste in einer Stadt mit 26.000 Einwohnern – eines der größten Volksfeste in Ostwestfalen-Lippe.
Fußnote zur Jahreszahl
Heimatforscher Günter Potthoff hält das Fest nicht für ein reines Kirchweihfest, sondern für einen Markt im Umfeld der Ursula-Verehrung – die Bezeichnung »Pollhans« fand er erstmals in einer Akte von 1737. Die Chronik folgt der gängigen Überlieferung; dem Fest ist das erkennbar egal.
Quellen
Wikipedia · Neue Westfälische · Westfalen-Blatt · Die Glocke · KirmesMagazin · Industriemuseum Schloß Holte-Stukenbrock.